Bei der diesjährigen 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehr Bad Grönenbach erwartete die
13 Jugendlichen, welche über spezielle Melder und Alarmmonitor alarmiert wurden, ein
abwechslungsreiches und realitätsnahes Programm.
Insgesamt acht Übungseinsätze forderten ihr feuerwehrtechnisches Können, ihre Teamfähigkeit und ihre Ausdauer. Auch die
Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen stand dabei wieder im Mittelpunkt.
Den Auftakt bildete ein gemeldeter Großbrand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen.
Gemeinsam mit den Jugendfeuerwehren Zell und Woringen galt es, die Menschenrettung
mittels Atemschutzattrappen sowie die Brandbekämpfung zu koordinieren und die
vermissten Personen aus dem verrauchten Gebäude zu retten.
Beim zweiten Einsatz wurden die Jugendlichen bei Dunkelheit zu einem Vegetationsbrand
alarmiert. Um die Lage besser einschätzen und mögliche Glutnester lokalisieren zu können,
unterstützte das Technische Hilfswerk (THW) aus Memmingen die Erkundung mit einer
Drohne. Demonstriert wurden sowohl die digitale Lagedarstellung und die Schnittstelle zu
unserem Mehrzweckfahrzeug für die Führungsunterstützung als auch die vielfältigen
Möglichkeiten der Fernerkundung.
Auch in der Nacht blieb es nicht ruhig: Bei der ortsansässigen Firma Röchling Industrial
Allgäu GmbH löste eine Brandmeldeanlage aus. Die Jugendlichen mussten den ausgelösten
Brandmelder mittels Laufkarten lokalisieren und lernten dadurch das Vorgehen bei einer
Brandmeldeanlage. Auch der vorbeugende Brandschutz wurde mit Hilfe von vorhandenen
Feuerwehrplänen thematisiert.
Der nächste Einsatz führte die Jugendfeuerwehr am frühen Morgen zum Freibad Clevers.
Dort wurde eine Verunreinigung durch Öl auf einem Gewässer simuliert. Die Jugendlichen
dämmten die Ausbreitung mithilfe von Ölsperren ein. Anschließend konnten sie sich im
Kneipp-Sanatorium Bad Clevers bei warmen Getränken aufwärmen und erholen.
Nach dem Frühstück war die Jugendfeuerwehr bei einem komplexen Verkehrsunfall mit zwei
PKW, wovon einer auf dem Dach lag, gefordert. Gemeinsam mit einem Rettungswagen der
Johanniter aus Kempten und dem First Responder Bad Grönenbach arbeiteten die
Jugendlichen die anspruchsvolle technische Hilfeleistung ab und befreite die Insassen mit
schwerem Rettungsgerät. Die Rettungstechnik wurde dabei in enger Absprache mit dem
Rettungsdienst abgestimmt. Auch Bürgermeister Herbert Liebelt ließ es sich nicht nehmen,
die Übung vor Ort zu besuchen und sich ein Bild von der Arbeit der Jugendfeuerwehr zu
machen.
Beim sechsten Einsatz wurde eine Verpuffung an einer Flüssiggastankstelle vom Zellerhof
simuliert. Im Mittelpunkt stand dabei das Vorgehen bei ABC-Gefahren, also bei Einsätzen mit
atomaren, biologischen oder chemischen Gefahrstoffen. Die Jugendlichen mussten die
besondere Gefahrenlage erkennen, die Einsatzstelle weiträumig absperren, eine
Menschenrettung durchführen und eine Sofort-Dekontaminationsstelle errichten.
Auf der Rückfahrt zum Feuerwehrhaus folgte bereits der nächste Einsatz: Auf einem
landwirtschaftlichen Anwesen war eine Person bei einem Betriebsunfall eingeklemmt
worden. Mithilfe von Hebekissen gelang es den Jugendlichen, die Person schonend zu
befreien. Anschließend wurde sie medizinisch betreut.
Den Abschluss der Übung bildete eine Reanimation im 2. Obergeschoss einer
Privatwohnung, bei der die Floriansjünger die Erstversorgung übernahmen. Gemeinsam mit
dem First Responder Bad Grönenbach und einem Rettungswagen des BRK Memmingen
konnten die Jugendlichen die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst bei
einem solchen Szenario erleben. Der Abtransport des Patienten erforderte eine
Personenrettung mittels Drehleiter aus dem 2. OG, welche im Verlauf des Einsatzes von der
Feuerwehr Memmingen bereitgestellt wurde. Während dem Ableitern wurde die
mechanische Reanimationshilfe des Rettungsdienstes eingesetzt.
Im Anschluss konnten sich die Jugendlichen den Rettungswagen noch genauer ansehen
und sogar mit der Drehleiter unseren wunderschönen Kurort von oben beobachten.
Zwischen den Einsätzen kam natürlich auch der Spaß nicht zu kurz: Neben den
abwechslungsreichen Herausforderungen standen das gemeinsame Erlebnis samt
Übernachtung und Selberkochen im Feuerwehrhaus, der Zusammenhalt und die Freude an
der Jugendfeuerwehr stets im Vordergrund.
Die acht Einsatzszenarien boten den Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten, ihr Wissen
praktisch anzuwenden und neue Erfahrungen zu sammeln. Neben der Brandbekämpfung
und technischen Hilfeleistung standen insbesondere das Vorgehen bei Gefahrguteinsätzen
und die organisationsübergreifende Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren und
Hilfsorganisationen im Fokus.
Ein großer Dank gilt allen beteiligten Organisationen und Unterstützern, insbesondere den
Jugendfeuerwehren Zell und Woringen, dem THW Memmingen, den Johannitern aus
Kempten, dem BRK Memmingen, dem First Responder Bad Grönenbach sowie allen Helfern
und Beteiligten, die diese realitätsnahen Übungseinsätze ermöglicht haben und ihr Objekt
zur Verfügung gestellt haben. Ein besonderer Dank gilt auch Bürgermeister Herbert Liebelt
für seinen Besuch und das Interesse an der Arbeit unserer Jugendfeuerwehr.
Die 24-Stunden-Übung 2026 als Jahreshighlight zeigte einmal mehr, wie wichtig Teamgeist,
Engagement und eine gute Zusammenarbeit für einen funktionierenden
Feuerwehrnachwuchs sind.
Du interessierst Dich auch für die Feuerwehr und bist mindestens 12 Jahre alt? Dann lerne
uns persönlich kennen und entdecke hautnah, was es heißt, Teil einer starken Gemeinschaft
zu sein.
Unsere Übungstermine findest du unter dem Reiter „Kalender“.
Komm doch gerne unverbindlich bei einer unserer Übungen vorbei.
Wir freuen uns auf Dich!
Markus Endres, 1. Jugendwart Feuerwehr Bad Grönenbach









